Straße der Romanik

Mittelalterliche Baukunst an Saale und Unstrut

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Die Straße der Romanik zählt zu den bedeutendsten touristischen Kulturrouten Sachsen-Anhalts. Auf einer Strecke von mehr als 1.000 Kilometern verbindet sie mittelalterliche Dome, Kirchen, Klöster und Burgen und macht die romanische Epoche in ihrer ganzen Vielfalt erlebbar. Die Route führt in Form einer Acht durch das Land und gliedert sich in eine Nord- und eine Südroute.

Eine besondere Dichte romanischer Bauwerke findet sich im Süden Sachsen-Anhalts. In der Kulturlandschaft Saale-Unstrut treffen eindrucksvolle Sakralbauten auf wehrhafte Burgen und historische Profanbauten. Die Bauwerke erzählen von der politischen, kirchlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des Mittelalters und stehen zugleich in enger Verbindung mit der Landschaft, die sie umgibt.

Auch im Gebiet der Stadt Naumburg und ihrer Ortsteile befinden sich bedeutende Stationen der Straße der Romanik. Die Welterbestätte Naumburger Dom, die Burganlage Schönburg, das ehemalige Zisterzienserkloster St. Marien zur Pforte, das Romanisches Haus sowie die Burgruinen  Rudelsburg und Burg Saaleck bilden ein eindrucksvolles Ensemble mittelalterlicher Bau- und Kulturgeschichte.

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Welterbestätte Naumburger Dom ©Falko Matte

Naumburg
UNESCO-Welterbestätte Dom St. Peter und Paul

Der Naumburger Dom St. Peter und Paul ist das herausragende Bauwerk der Straße der Romanik in der Region und seit 2018 UNESCO-Welterbe.

Der heutige Dom entstand im 13. Jahrhundert und verbindet Elemente der späten Romanik mit der frühen Gotik.

Weltberühmt ist insbesondere der Westchor mit den zwölf Stifterfiguren aus der Werkstatt des sogenannten Naumburger Meisters. Die lebensnah gestalteten Figuren, darunter die berühmte Uta, gehören zu den bedeutendsten mittelalterlichen Skulpturen Europas. Auch die romanische Krypta, die Lettner sowie die mittelalterliche Architektur und Glasmalerei machen den Dom zu einem einzigartigen Zeugnis der europäischen Kunstgeschichte.

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Kirche St. Lucia, Flemmingen ©Katharina Alf

Flemmingen
Dorfkirche St. Lucia

Die im Kern romanische Chorturmkirche entstand im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts. Im mittleren Geschoss des Turms befindet sich ein Kielbogenschlitz. Das Glockengeschoss weist große Maßwerkfenster auf, die inschriftlich auf das Jahr 1508 datiert sind. Der schlanke, hohe Turmhelm entstand 1510/11. Das 1508 datierte Kirchenschiff wurde in spätgotischer Zeit erhöht. Im 18. Jahrhundert wurden die hochrechteckigen barocken Fenster in das Schiff eingebrochen. Teilweise sind noch die vermauerten romanischen Fensteröffnungen erkennbar. An der Südseite befindet sich ein einstufiges Säulenportal. Sein Tympanon zeigt Palmettendekor; die Säulen sind mit Würfelkapitellen versehen. Im Innenraum haben sich an den Ostseiten mehrfach restaurierte Wandmalereien erhalten. Bedeutende Reste werden in die Zeit um 1200 datiert. Die Orgel ist ein Werk von Carl Winter aus dem Jahr 1852 und wurde 2015 restauriert. Die Bronzeglocke der Kirche wird in das frühe 14. Jahrhundert datiert. Im Mai 2026 wurde die Dorfkirche als „Denkmal des Monats“ in Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

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Ehemaliges Zisterzienserkloster St. Marien zur Pforte ©Stadt Naumburg (Saale), Stadtmarketin

Schulpforte
Ehemaliges Zisterzienserkloster St. Marien zur Pforte

Die ehemalige Zisterzienserabtei Pforta gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Klosteranlagen Sachsen-Anhalts. Das Kloster wurde 1137 von Zisterziensermönchen gegründet, die aus dem Kloster Walkenried im Harz kamen. Bereits im Mittelalter entwickelte sich Pforta zu einem wichtigen geistlichen und wirtschaftlichen Zentrum der Region. Von der mittelalterlichen Klosteranlage sind zahlreiche bedeutende Bauwerke erhalten. Besonders eindrucksvoll ist die Klosterkirche St. Marien, deren Bau im 12. Jh. begonnen und im 13. Jh. vollendet wurde. Sie zählt zu den herausragenden Beispielen zisterziensischer Architektur in Mitteldeutschland. Der schlichte, klare Baustil entspricht den Idealen des Zisterzienserordens und macht die Kirche zu einem besonderen Zeugnis der Romanik und frühen Gotik. Zum historischen Ensemble gehören unter anderem die Kreuzgänge, die Abtskapelle, das Abtshaus, die Mühle sowie Wirtschafts- und Wohngebäude. Nach der Auflösung des Klosters im Zuge der Reformation begann ein neues Kapitel der Geschichte: 1543 wurde in den ehemaligen Klostergebäuden die Landesschule Pforta eingerichtet. Schulpforte verbindet Klostergeschichte mit einer bis heute lebendigen Bildungs- und Kulturtradition. Die weitläufige Anlage macht den Ort zu einer besonders eindrucksvollen Station der Straße der Romanik.

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Romanisches Haus Bad Kösen ©Stadt Naumburg (Saale), Stadtmarketin

Bad Kösen
Romanisches Haus

Das Romanische Haus in Bad Kösen gehört zu den ältesten erhaltenen Steinbauten einer klösterlichen Außenwirtschaft in Mitteldeutschland. Das zweigeschossige Gebäude wurde zwischen 1150 und 1175 aus regionalem Muschelkalk errichtet. Zuvor befand sich hier ein Wirtschaftshof des Naumburger Bischofs, der 1138 an das Zisterzienserkloster Schulpforte überging.

Das Gebäude diente über Jahrhunderte als Wirtschafts- und Wohngebäude des Klosters Pforta und später der Landesschule Pforta. Heute beherbergt das Romanische Haus ein Museum und vermittelt Einblicke in die Geschichte Bad Kösens und seiner Umgebung. Romanische Rundbogenfenster, die Natursteinmauern und weitere erhaltene Bauteile machen die mittelalterliche Baugeschichte unmittelbar erlebbar.

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Burgruine Rudelsburg ©shutterstock.de

Saaleck bei Bad Kösen
Burgruine Rudelsburg

Auf einem steilen Kalkfelsen über der Saale liegt die Rudelsburg.

Die Höhenburg wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet und erstmals 1171 urkundlich erwähnt. Ihre Lage über dem Saaletal verdeutlicht die strategische Bedeutung mittelalterlicher Burgen als Schutz- und Kontrollpunkte wichtiger Verkehrswege.

Die teilweise erhaltene Burganlage wird von dem markanten Bergfried geprägt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg mehrfach verändert und im 19. Jahrhundert im Sinne der Burgenromantik restauriert. Gemeinsam mit der nahe gelegenen Burg Saaleck gehört die Rudelsburg heute zu den bekanntesten Wahrzeichen des Saaletals.

Die Rudelsburg ist ein beliebtes Ausflugsziel mit Restaurant, Biergarten im Burghof und Aussichtsturm.

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Burg Saaleck

Saaleck bei Bad Kösen
Burgruine Saaleck

Nur wenige hundert Meter von der Rudelsburg entfernt liegt die Burg Saaleck. Die Höhenburg entstand auf einem schmalen Bergrücken über dem heutigen Ortsteil Saaleck und wurde erstmals 1140 erwähnt. Charakteristisch sind die beiden weithin sichtbaren romanischen Bergfriede, die das Erscheinungsbild der Burgruine bis heute prägen.

Die mittelalterliche Anlage bestand aus einer Kernburg mit zwei Bergfrieden und einer vorgelagerten Vorburg. Die erhaltenen Türme und Teile der Ringmauer lassen die ursprüngliche Struktur der Burg noch gut erkennen. Von der Anlage eröffnen sich eindrucksvolle Ausblicke über das Saaletal und zur benachbarten Rudelsburg.

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Burganlage Schönburg ©Stadt Naumburg (Saale)

Schönburg
Burganlage Schönburg

Hoch über der Saale erhebt sich die Schönburg auf einem markanten Sandsteinfelsen. Die ehemalige Bischofsburg wurde erstmals im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt und zählt zu den eindrucksvollen Beispielen romanischer Befestigungsarchitektur in der Saale-Unstrut-Region.

Die Burganlage umfasst eine Kern- und eine Vorburg. Besonders prägend ist der mächtige Bergfried, von dem sich ein weiter Blick über das Saaletal bietet. Teile der mittelalterlichen Ringmauern und weitere historische Bauteile sind bis heute erhalten und vermitteln einen anschaulichen Eindruck von der einstigen Bedeutung der Burg.

Die Burganlage und der Burgfried können ganzjährig besichtigt werden. Auf der Schönburg ist das Standesamt der Verwaltungsgemeinschaft Wethautal untergebracht. Burgschänke und Gesellschaftsräume werden gastronomisch betrieben.

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Die Kulturlandschaft Saale-Unstrut

Die Stationen der Straße der Romanik im Raum Naumburg und Bad Kösen zeigen die Vielfalt mittelalterlicher Baukunst: vom repräsentativen Dom über die ehemalige Bischofsburg und den klösterlichen Wirtschaftsbau bis hin zu den wehrhaften Höhenburgen an der Saale.

Dabei sind die Bauwerke nicht isoliert zu betrachten. Sie stehen in engem Zusammenhang mit der Kulturlandschaft Saale-Unstrut, ihren Flusstälern, Höhenzügen, Weinbergen und historischen Siedlungen. Gerade das Zusammenspiel von Architektur und Landschaft macht den besonderen Reiz der Straße der Romanik im Süden Sachsen-Anhalts aus.

Wer den Spuren des Mittelalters folgt, kann auf engem Raum unterschiedliche Facetten der Romanik entdecken und zugleich die über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft rund um Naumburg und Bad Kösen erleben.

Die Straße der Romanik verbindet Vergangenheit und Gegenwart – und macht mittelalterliche Geschichte an authentischen Orten unmittelbar erlebbar.

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